Digital lehren - Homeschooling (2020)

Mo., 28.09.2020 - 09:34 von
Prof. Dr. Andreas Lanig
, zuletzt bearbeitet am 28.09.2020 - 09:48

Die Corona-Krise hat gezeigt, dass Lehrerinnen und Lehrer auf die Herausforderungen der virtuellen Lehre noch unvorbereitet sind. In Digital lehren bieten die Autoren mit ihren langjährigen Erfahrungen in der Schul- und Hochschuldidaktik ihre Erkenntnisse für das hybride Klassenzimmer von morgen an. Das Buch richtet sich an Lehrende und Fachdidaktiker, die Teile ihres Unterrichts digital anbieten möchten oder müssen und diesen didaktisch reflektieren wollen.

Der Schwerpunkt des Buches (eBook, PDF, broschiert) geht der Frage nach: Welche Methoden aus analogen Lehr- und Lernprozessen sind brauch- und adaptierbar für den virtuellen Fernunterricht?

64 erprobte Methoden mit anschaulichen Illustrationen machen das Buch zu einem praxisnahen Fundus für die Unterrichtsvorbereitung.

The corona crisis has shown that teachers are still unprepared for the challenges of virtual teaching. In Digital lehren, the authors, with their many years of experience in school and university didactics, offer their findings for the hybrid classroom of tomorrow. The book is aimed at teachers and subject didacticians who want or have to offer parts of their teaching digitally and want to reflect on it didactically. The focus of the book explores the question:

Which methods from analogue teaching and learning processes are suitable and adaptable for virtual distance learning?

64 tried and tested methods with clear illustrations make the book a practical resource for preparing lessons.

Weitere Buchangaben:

Andreas Ken LanigThomas Hanstein. "Digital lehren. Das Homeschooling-Methodenbuch". Tectum,  2020, 400 Seiten, broschiert, ISBN 978-3-8288-4522-0. Hier geht es zur Webseite des Buches beim Nomos-Verlag

Kontakt: Prof. Dr. Andreas Ken Lanig

Kommentare

Prof. Dr. phil. Jan V. Wirth

Gespeichert von Jan V. Wirth, … am Sa., 03.10.2020 - 16:01

Rezension

Andreas Ken Lanig, Thomas Hanstein. "Digital lehren. Das Homeschooling-Methodenbuch". Tectum,  2020, 400 Seiten, broschiert, ISBN 978-3-8288-4522-0. Hier geht es zur Webseite des Buches beim Nomos-Verlag.

Thema

In "Digital lehren" bieten die Autoren mit ihren langjährigen Erfahrungen in der Schul- und Hochschuldidaktik ihre Erkenntnisse für das hybride Klassenzimmer von morgen an. Das Buch richtet sich an Lehrende und Fachdidaktiker, die Teile ihres Unterrichts digital anbieten möchten oder müssen und diesen didaktisch reflektieren wollen.

Der Schwerpunkt des Buches (eBook, PDF, broschiert) geht der Frage nach:

Welche Methoden aus analogen Lehr- und Lernprozessen sind brauch- und adaptierbar für den virtuellen Fernunterricht?

AutorIn oder HerausgeberIn

Dr. Thomas Hanstein, Jahrgang 1971 ist Diplom-Theologe, berufsbildender Oberstufenlehrer, Seelsorger, Vorerfahrungen in der freien Wirtschaft; Lehraufträge in Sozialer Arbeit und Creative Direction; Fortbildner und Business-Coach; Schwerpunkte: Führung mit Werten, Berufsethik, Teamentwicklung, Selbst- und Veränderungsmanagement; Promotion mit der Arbeit: „Ästhetische Kompetenz und religiöse Lernprozesse“; Forschungsschwerpunkte: Kompetenzerwerb und Resilienz, Milieus und Codes, kulturelle Identitäten; verheiratet und dreifacher Vater. E-Mail-Kontakt: thomas.hanstein@gms-bc.de

Professor Dr. Andreas Ken Lanig, Jahrgang 1975; Diplom-Designer, Master of Arts, als solcher seit über zwei Jahrzehnten selbstständig; Hochschullehrer und Professor für gestalterische Fächer: Unternehmenskommunikation, Gestaltungsgrundlagen, Designmanagement auf Bachelor- und Masterebene; Promotion mit der Arbeit: „Virtualisierung der Fernlehre in gestalterischen Fachbereichen“; Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Virtuelle Designdidaktik, Unternehmenskommunikation, Medien- und Designkonzepte; verheiratet und Vater von zwei Söhnen. E-Mail-Kontakt: andreas.lanig@diploma.de

Entstehungshintergrund

Dieses Buch wird von den Autoren aus der Perspektive von Lehrern geschrieben, die viele Jahre Erfahrungen in der virtuellen Hochschullehre und im virtuellen Coaching gesammelt haben. Die Motivation besteht darin, die Vorerfahrungen für den schulischen Bereich weiterzugeben. Damit entstehen nach Ansicht der Autoren Ausgangspunkte für eine tiefergehende methodisch-didaktische Betrachtung. Auf die Frage, was also ist das Angebot dieses Buches, wird geantwortet, dass ein reflektierter und methodisch-didaktischer Beitrag zur bildungstheoretischen und aktuellen lehrpraktischen Debatte geleistet werden soll. Basis für die Beantwortung dieser Fragen sind Experten-Gespräche, welche die Bildungsbiografie von Lehrenden mit den Erfahrungen kontrastieren, die in den letzten zehn Jahren der virtuellen Lehre zu beobachten waren.

Aufbau

Nach einem knappen theoretischen Teil zur grundsätzlichen Frage nach guten Unterricht versteht sich der eigentliche Hauptteil des Buches als methodischer Praxisleitfaden. Im praktischen Schwerpunkt werden 64 Methoden vorgestellt. Das Credo lautet: was sich im analogen Raum bewährt, muss als erstes für den virtuellen Unterricht auf Brauchbarkeit überprüft und dann adaptiert werden.

Inhalt

Nach einem Vorwort von Universitäts-Professor Dr. Jürgen Handke von der Universität Marburg und der Einleitung mit einer abschließenden Diskussion, was eigentlich guter Unterricht sei, folgt das Kapitel eins mit Methodik oder Didaktik-Fragen, Kapitel zwei beschäftigt sich mit verschiedenen Themen rund um das Lernen und das Lehren, während Kapitel drei allgemeine Handlungsorientierungen in der Lehre gibt. Kapitel vier gibt eine Konzeption für das virtuelle Klassenzimmer und Gruppenarbeit. Kapitel fünf stellt Rezepte, Techniken und Methoden für das digitale Lehren vor - die begründete Auswahl erstreckt sich von Seite 128-319. Ein Schlusswort rundet das Buch ab. Am Ende folgen Ergebnisse einer Umfrage unter Lehrenden und Lernenden inklusive dem Literaturverzeichnis.

Diskussion

Der Titel ist passend gewählt und verspricht eine Fundgrube an interessanten Unterrichtsmethoden zu sein. Der Untertitel war für mich etwas ungewohnt, da ich "Homeschooling" als Begriff (Heimunterricht) bisher damit assoziierte, dass im Gegensatz zum Lernen in der Schule ein Lernen zu Hause stattfindet. Der klassische, d. h. von Eltern oder Privatlehrern durchgeführte Hausunterricht ist in Deutschland nicht erlaubt. Der Rezensent fragt, ob nicht der Untertitel „Virtueller Fernunterricht“ besser gewesen wäre.

Das theoriebasierte Methodenbuch bietet ein abwechslungsreiches Spektrum an Methoden virtueller Lehre. 64 erprobte Methoden mit anschaulichen Illustrationen ergeben einen praxisnahen Fundus für die Unterrichtsvorbereitung und für die methodische Lernstrukturierung. Bei den Methoden wäre eine deutlichere Systematik hilfreich gewesen.

Beispielhaft sei auf die Methode 19 hingewiesen die da heißt: „Haustiere, Jogginghosen und Mitbewohner“. Auf den ersten Blick wird nicht ersichtlich, was und vor allem wozu geschehen kann oder soll. Im Fließtext findet sich dann die Stelle, dass sich eine behutsame Einladung auf das Thematisieren der jeweiligen Hintergründe der Teilnehmer im Kontext ihrer Zimmereinrichtungen beziehen soll:

„Binden Sie diese Wahrnehmung systematisch in die Unterrichtsgespräche ein: Indem sie bewusst dazu aufrufen, die Gegenstände sprechen zu lassen oder fordern Sie die Teilnehmer bloß bewusst auf, sich gezielt über ihre Zimmereinrichtung miteinander auszutauschen.“ (Seite 185).

Dies macht es erforderlich, sich in die einzelnen Methoden genau hinein zu lesen.

Zuweilen lassen sich auch Schnittmengen zu anderen Methoden erkennen. In der Methode 50, Seite 274, wird ebenfalls mit der Technik der sprechenden Gegenstände gearbeitet.

Der Theorieteil ist didaktisch und fachwissenschaftlich sicherlich gelungen. Die Lesefreundlichkeit für weniger akademisch interessierte bzw. gebildete Leserinnen und Leser mag vom Rezensenten bezweifelt werden. Hier hätte eine kurze, klare und deutliche Sprache durchaus mehr Wirkung erzielt.

Fazit

Das insgesamt sehr empfehlenswerte Buch kann für jede Pädagogin oder Pädagogen hilfreich sein, die ihr didaktisches Spektrum an Handlungsmöglichkeiten erstens überprüfen, zweitens ergänzen und drittens vertiefen möchten. Damit schließt das Buch sicherlich eine große und wichtige Lücke bei dem Transfer von Unterrichtsmethoden vom analogen in den digitalen Raum und bei der Vermehrung an didaktischen Lern- und Lehrformen.

Anschauliche Illustrationen lockern das Buch sowohl im Theorieteil als auch im voluminösen Methodenteil auf.

Mit einem Verkaufspreis von 28 € kann sich das Buch sehen lassen und die Investition wird sich nach Meinung des Rezensenten auszahlen.

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