Institut für Lehrerbildung und Berufsbildungsforschung

Die Tätigkeit in der beruflichen Aus- und Weiterbildung erfordert Lehrkräfte, die über eine große berufliche Fachkompetenz verfügen, um mit einem hohen Praxisbezug die Nachwuchskräfte an den Schulen ausbilden zu können. Ebenso unverzichtbar ist es aber, diesen Vermittlungsprozess professionell zu gestalten. Nur so können wir den Teilnehmenden in vollschulischen Berufsausbildungen nachhaltiges Lernen ermöglichen.

Das vorliegende Ausbildungskonzept richtet sich an Sie als Quereinsteiger/in. Sie können sich bei uns entweder als Theorie-Lehrkraft oder als Praxis-Lehrkraft an berufsbildenden Schulen pädagogisch qualifizieren. Mit unserer zweijährigen berufsbegleitenden Weiterbildung professionalisieren Sie sich als Lehrkraft und ermöglichen so Ihren Schülerinnen und Schülern positive und erfolgreiche Lernerfahrungen.

 

Das Institut

Das Institut für Lehrerbildung und Berufsbildungsforschung ist 2014 von Prof. Dr. Dietrich Nitschke gegründet worden und wird seit 2019 von Studiendirektor Rüdiger Maxin geleitet. Am Institut werden Berufsschullehrer/innen an Privatschulen in einem zweijährigen berufsbegleitenden Lehrgang pädagogisch nachqualifiziert. Die pädagogische Nachqualifizierung orientiert sich dabei an der Ausbildung der staatlichen Lehrerseminare, wobei die spezifischen Bedürfnisse von Privatschulen und deren Lehrkräfte berücksichtigt werden. Das Institut erstellt darüber hinaus Gutachten und übernimmt Forschungsaufträge und Publikationsaufgaben.
Die wissenschaftlichen Aktivitäten und Fortbildungsangebote werden von Drittmitteln und Einnahmen durch die pädagogischen Fortbildungsmaßnahmen finanziert.

 

Inhalte des Weiterbildung

Die Inhalte der Weiterbildung decken die Bereiche Pädagogik, Allgemeine Didaktik, Psychologie und Schulrecht ab und umfassen unter anderem nachfolgende Themen:

  • Didaktik und Methodik
    Didaktische Konzepte
    Allgemeine und spezielle Fachdidaktiken
    Methodisch-didaktische Grundsätze der Online-Didaktik
    Kompetenzentwicklung in der Lehrerbildung
    Methodenkompetenzentwicklung
    Methodenwahl und -einsatz
     
  • Unterrichtsplanung und Stundenkonzepte
    Lernprozessgestaltung
    Ziele, Kompetenzen Lehr- Lern – Arrangements
    Handlungsorientierung als Orientierungsrahmen der beruflichen Bildung
     
  • Veränderungs- und Transformationsprozesse
    Referenzrahmen für die Lehrerbildung
    Lehrerrolle
    Entwicklung überfachlicher Kompetenzen
    Einstellungen, Haltungen
    Gruppendynamik von Klassengemeinschaften
    Bildungsauftrag und Bildungssystem
     
  • Diagnostik, Bewertung, Notengebung
    Bewertungskonzepte Entwicklung und Struktur von Prüfungen
     
  • Psychologie des Lehrens und Lernens
    Motivation, Begabung, Ängste
    Neurobiologische Aspekte des Lernens
    Entwicklungspsychologische Ansätze
     
  • Kommunikation in der Schule und Pädagogische Konzepte
    Theorien und Pädagogische Konzepte
    Unterrichts- und Konzeptentwicklung
     
  • Schulrechtliche Fragestellungen 
    Schaffung einer Entscheidungskompetenz in rechtlichen Fragestellungen
    Verwaltungsvorschriften, Urheberrecht etc.
     
  • Regelmäßige Reflexionen von Unterrichtssequenzen und Problemstellungen aus der schulischen Praxis

 

Ziele der Weiterbildung am Institut für Lehrerbildung und Berufsbildungsforschung

Die vom Kultusministerium in Baden-Württemberg anerkannte Weiterbildungsmaßnahme bietet für FH-Absolventen in bestimmten Berufsfeldern, z. B. Grafik Design, Mode Design oder Sozialpädagogik die Möglichkeit, durch die Absolvierung eines Aufstiegsmoduls praktisch eine Gleichstellung mit der Lehrbefähigung für die Sekundarstufe II zu erreichen. Mit zusätzlich 24 Stunden bzw. 45 Stunden gehobener fachlicher Fortbildung ist für die Dozenten eine einmalige Gelegenheit gegeben, die Lehrqualifikation für Unterricht in der Sekundarstufe II zu bekommen.

 

Qualifizierung von Führungskräfte- und Leitungskräften

Künftige Fach- und Führungskräfte an berufsbildenden Schulen in freier Trägerschaft begegnen einem komplexen Anforderungsprofil. Mit der Übernahme der Verantwortung für eine Ausbildungsrichtung oder einen Standort sind eine Vielzahl von neuen Tätigkeiten verbunden, die je nach Schulträger und dessen Organisationsform unterschiedlich ausgeprägt sind. Daher hat das Institut für Lehrerbildung und Berufsbildungsforschung ein Weiterbildungsprogramm entwickelt, das modular aufgebaut ist und diesen unterschiedlichen Anforderungen Rechnung trägt.

Die einzelnen Bausteine umfassen jeweils zwei Seminartage und werden während der Woche (je zwei Werktage) behandelt. Dabei berücksichtigt der Seminaraufbau die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmer (erfahrungsbasierend). „Training on the Job“ und Live-Online-Seminare (Adobe-Connect) schaffen eine gute Basis, die künftigen Anforderungen zu bewältigen.

Seminarblöcke:

  1. Personal gewinnen, führen und entwickeln
    Lehrereinsatz und Stundenplanung
    personalwirtschaftliche Anforderungen gestalten
    Lehrkräfte entwickeln und deren Fortbildung organisieren
     
  2. Schulisches Leben gestalten – ein Leitbild entwickeln
    Teamarbeit fördern – Konflikte moderieren
    mit den an Schule Beteiligten kommunizieren
    das Bild der Schule in der Öffentlichkeit entwickeln
    Informationsveranstaltungen organisieren
     
  3. Netzwerke mit externen Partnern entwickeln und ausbauen
    Mit Schulaufsichtsbehörden erfolgreich zusammenarbeiten
    Rechtsgrundlagen für Schule und Privatschulen, Normenkompetenz entwickeln
    Kooperationen mit externen Partnern / Betrieben aufbauen und entwickeln
    Schüler gewinnen – Nachhaltiges Bildungsmarketing 
  4. Selbstkompetenz entwickeln
    Kommunikations- / Sozialkompetenz entwickeln und einsetzen
    Konflikt- und Kritikfähigkeit 
    Steuerungs- und Organisationskompetenz


Für Verwaltungsleitungen – bei Bedarf auch für Schul- und Fachleitungen - stehen weitere Module zur Verfügung:
 

  1. Sekretariat und Verwaltung organisieren und führen
    interne Strukturen schaffen sowie Abläufe planen und gestalten
    die interne Kommunikation gestalten und weiterentwickeln
    Kaufmännische Eckdaten beachten und einsetzen
     
  2. Unterricht organisieren und entwickeln
    Unterrichtsqualität erzielen
    Didaktische Planungen gestalten
    Unterrichte evaluieren

 

Abschluss und Zertifikat

Die zu erbringenden Leistungen werden gegenüber dem Institut für Lehrerbildung und Berufsbildungsforschung in einem Studienbuch dokumentiert. Mit dem Ablegen der Abschlussprüfung, der Lehrproben und der Schulleitungsbeurteilung wird eine gewichtete Gesamtnote ermittelt und ausgewiesen. Die Absolventinnen und Absolventen erhalten ein Zertifikat der DIPLOMA Hochschule, das sie als „Geprüfte Lehrkraft für berufliche Schulen in freier Trägerschaft“ bzw. als „Geprüfte Praxis-Lehrkraft / Technische Lehrkraft für berufliche Schulen in freier Trägerschaft“ ausweist.

 

Ablauf und Organisation

Die pädagogische Weiterbildung umfasst 400 Präsenzstunden in zwei Jahren. Die Präsenzstunden teilen sich in ca. 130 Stunden mit acht Seminarblöcken, in ca. 70 Stunden mit Fachausbildungskonferenzen und praktischen Übungen sowie in ca. 200 Stunden mit angeleitetem Unterricht und Hospitationen auf. 

Die acht Seminarblöcke im Umfang von 130 Stunden werden regelmäßig in Präsenzform oder als Webkonferenz an Freitagnachmittagen und Samstagen durchgeführt. Der Ort für die Präsenzveranstaltungen wird jeweils im aktuell gültigen Terminplan bekanntgegeben. Das Webkonferenztool und die digitale Lernplattform werden von der Hochschule gestellt und erfüllen die datenschutzrechtlichen Anforderungen.

Die Fachausbildungskonferenzen sowie die Übungen zur Schulorganisation, Schulkunde und Fachdidaktik ergänzen das theoretische Seminarprogramm und finden an der Ausbildungsschule im Umfang von 70 Stunden statt.

Der angeleitete Unterricht und die Hospitationen im Umfang von 200 Stunden sind ein wichtiger Bestandteil der Qualifizierungsmaßnahme. Dabei erhalten die Teilnehmenden regelmäßig (wöchentlich) Einblicke in andere Unterrichte bzw. werden von anderen Lehrkräften besucht. Eine Mentorin / ein Mentor reflektiert den Unterricht und berät die Teilnehmenden. Der angeleitete Unterricht und die Hospitationen werden an den Ausbildungsschulen geplant und durchgeführt. Die Praxisanteile der pädagogischen Nachqualifizierung unterliegen der Aufsicht des Instituts.

Zwei bewertete Lehrproben (durch das Institut) und ein mündliches Abschlusskolloquium schließen die zweijährige Weiterbildung ab.

 

Weitergehende Informationen zur pädagogischen Weiterbildung 


Als Ansprechpartner steht Ihnen Rüdiger Maxin per E-Mail gerne zur Verfügung.

Kontakt: Rüdiger Maxin