Im Rahmen der Tagung „Im Spannungsfeld zwischen Bezugsdisziplinen und Bildungsauftrag“ (8.–9. Mai 2026, Pädagogische Hochschule Bern) stellte Karina Michaelis erste Ergebnisse ihrer Dissertation vor.
Gestaltungskompetenz im Handwerk: Wissenschaftliche Perspektiven aus der Berufsbildungsforschung
Die Tagung bot einen wissenschaftlich anspruchsvollen Rahmen für den Austausch zu Fragen beruflicher Bildung zwischen Fachdisziplinen, Didaktik und institutionellen Strukturen.
Im Zentrum der Forschung steht der Schwerpunkt Handwerk und Design mit der Frage, welche Rolle die Berufsschule (DQR 4) als Lernort für die Entwicklung gestaltungsorientierter Kompetenzen im Tischlerhandwerk einnimmt. Erste Ergebnisse zeigen, dass gestalterische Inhalte in der dualen Ausbildung bislang nur punktuell und häufig ohne systematische Anbindung an ein zeitgemäßes Designverständnis vermittelt werden.
Erkenntnisse als Grundlage für die Studiengangsentwicklung
Die Studie untersucht, wie Lehrkräfte dieses Spannungsfeld zwischen handwerklicher Praxis, Gestaltung und curricularen Vorgaben interpretieren und welche Potenziale sich für eine stärkere Integration von Gestaltung als Bestandteil beruflicher Handlungskompetenz ergeben.
Der wissenschaftliche Austausch in Bern hat die Relevanz dieses Forschungsschwerpunkts im internationalen Kontext der Berufsbildungsforschung deutlich bestätigt.
Zugleich wirkt die Forschungsarbeit von Karina Michaelis unmittelbar in die Weiterentwicklung des Studiengangs Craft Design (B.A.) hinein. Die Erkenntnisse aus der Dissertation liefern zentrale Impulse für die curriculare Weiterentwicklung und die stärkere wissenschaftliche Fundierung gestaltungsorientierter Bildungsprozesse im Handwerk.