Buchvorstellung des Bandes „Traumasensibel arbeiten“

Am 16.02.2026 ist das neue Buch von Prof. Dr. Jürgen Beushausen im Verlag Barbara Budrich erschienen.

Der Sammelband widmet sich der Weiterentwicklung der psychosozialen Traumatologie und bündelt aktuelle wissenschaftliche Beiträge aus dem Kontext der Diploma Hochschule. Die Aufsätze basieren auf Masterarbeiten und greifen zentrale Fragestellungen der Traumahilfe auf. Dabei werden sowohl aktuelle Forschungsergebnisse als auch praxisbezogene Handlungsempfehlungen vorgestellt.

Die Beiträge zeigen auf, wie Fachkräfte dabei unterstützt werden können, die psychosoziale Komplexität traumatischer Erfahrungen differenziert zu erfassen und professionelle Interventionen wirksam zu gestalten. Ziel des Bandes ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse und berufliche Praxis enger miteinander zu verzahnen und Impulse für die Weiterentwicklung traumapädagogischer und traumatherapeutischer Ansätze zu geben.

Das Geleitwort von Prof. Dr. Sabine Skalla, Fachbereichsleitung Soziales & Pädagogik:

Die Notwendigkeit einer traumasensiblen Professionalisierung in der Sozialen Arbeit hat in den vergangenen Jahren deutlich an Relevanz gewonnen. Immer mehr Fachkräfte in psychosozialen Feldern begegnen Klient:innen, deren Lebensgeschichten von traumatischen Erfahrungen geprägt sind. Diese Begegnungen stellen hohe Anforderungen – nicht nur an die Haltung, sondern auch an das Fachwissen und die strukturellen Rahmenbedingungen psychosozialer Unterstützung. In einer Zeit, in der der Begriff „Trauma“ sowohl im öffentlichen Diskurs als auch im Fachkontext immer präsenter wird, ist es umso bedeutsamer, fundierte, interdisziplinär verankerte Perspektiven auf psychosoziale Traumatisierung zu entwickeln und zugänglich zu machen.
Die vorliegende Publikation ist ein bedeutender Schritt auf diesem Weg. Sie versammelt wissenschaftlich fundierte, praxisorientierte Beiträge, die im Rahmen von Masterarbeiten im Studiengang Psychosoziale Beratung in Sozialer Arbeit an der DIPLOMA Hochschule entstanden sind. Diese Beiträge dokumentieren nicht nur aktuelle Diskurse und Forschungstendenzen in der psychosozialen Traumatologie, sondern geben zugleich konkrete Impulse für die professionelle Praxis. Damit leisten sie einen doppelten Beitrag: Sie vertiefen das theoretische Verständnis von Trauma und Traumafolgen und fördern die traumasensible Handlungskompetenz von Fachkräften.
Das Spektrum der Themen ist dabei so vielfältig wie die Praxisfelder, in denen psychosoziale Beratung stattfindet: von der Begleitung traumatisierter Kinder in Frauenhäusern über Fragen von Männlichkeit und Trauma, von der Biografiearbeit mit älteren Migrant:innen bis hin zur sekundären Traumatisierung bei Helfenden in der Telefonseelsorge. Die Beiträge machen deutlich, dass psychosoziale Traumatologie mehr ist als eine Fachdisziplin – sie ist eine Haltung, ein analytisches Instrument und ein ethischer Anspruch zugleich. Besonders hervorzuheben ist, dass viele Arbeiten den Blick auf sogenannte „hard-to-reach“-Zielgruppen richten und damit eine wichtige Leerstelle in Forschung und Praxis adressieren.
Dass diese Masterarbeiten nun in Buchform vorliegen, ist keineswegs selbstverständlich. Abschlussarbeiten werden häufig nicht veröffentlicht – und doch bergen sie wertvolle Erkenntnisse, empirische Daten und innovative Gedanken, die für die Weiterentwicklung psychosozialer Arbeitsfelder von großem Wert sind. Die Veröffentlichung dieser Beiträge setzt ein starkes Zeichen für eine forschungsbasierte, praxisnahe Lehre an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften.
Ich danke allen Autor:innen für ihren engagierten Beitrag und den Herausgeber:innen für die sorgfältige Auswahl und Bearbeitung der Arbeiten. Mein besonderer Dank gilt außerdem Prof. Dr. Jürgen Beushausen, der diese Publikation durch die Initiierung des Arbeitskreises „Psychosoziale Trauma­tologie“ an der DIPLOMA Hochschule und durch sein Engagement in der Begleitung der hier versammelten Forschungsarbeiten erst ermöglicht hat.
Dieses Buch ist all jenen gewidmet, die sich in der täglichen Praxis für eine achtsame, differenzierte und traumasensible Soziale Arbeit einsetzen – und die bereit sind, von ihren Klient:innen ebenso zu lernen wie von der Forschung.
 

Traumansensibel arbeiten
Verlag Barbara Budrich
1. Auflage
269 Seiten. kart. ISBN 978-3-8474-3403-0