Forschungsstelle Designtheorie und Designdidaktik

Gestalten heißt Verantwortung übernehmen.

In der Forschungsstelle für Designtheorie und Designpädagogik erhalten Sie Informationen zu Forschungszielen und aktuellen Projekten im Fachbereich Gestaltung. Die Forschungsstelle ist dem Masterstudiengang „Creative Direction – Führung im Kontext kreativer Prozesse (M.A.)” angegliedert.

Wir verstehen Design als Wissenskultur und richten unsere Forschungen auf zwei grundlegende Fragestellungen im Design:

  1. Einerseits auf die Theorie des Design, die zu begründen sucht, inwiefern in der Strukturierung von Lebenswelten die gestaltende Disziplin als theoretisches Fundament gefragt ist. Um diesen ersten Aspekt kümmern wir uns im Themenbereich der Designtheorie.
  2. Andererseits schließt sich die Frage direkt an, wie diese Anforderungen und Ansprüche in einer spezifischen Fachpädagogik des Designs gebildet werden kann. Um diesen zweiten Aspekt kümmern wir uns im Themenbereich der Designdidaktik.

Forschungshintergrund

Design durchdringt heute nahezu alle Bereiche des täglichen Lebens. Designerinnen und Designer gestalten unsere Lebensumwelt und gewährleisten durch ihre Tätigkeit eine angemessene Form der Dinge und das Verstehen von Produkten, Konzepten und Systemen. Vor allem die bildbasierten Konzepte der Medien stiften Orientierung, wirken geschmacks- und meinungsbildend. Aus diesem Grund kommt dem Tätigkeitsfeld des Designers eine große Verantwortung zu.

Dieser große Einfluss blieb bisher weitgehend unberücksichtigt. Bis vor wenigen Jahren war das Design meist Gegenstand der Forschung angrenzender Disziplinen, der Psychologie, der Soziologie, der Kunstgeschichte oder der Germanistik. Eine eigenständige, aus der Disziplin heraus gewachsene Forschung hat sich erst im letzten Jahrzehnt im deutschsprachigen Raum entwickelt und ist nun dabei, sich wahrnehmbar zu etablieren.

Forschungsziele

Die Forschungsstelle „Designtheorie und Designdidaktik“ wurde mit dem Ziel gegründet, Design als Forschungsfeld für Designschaffende zu öffnen und damit die Möglichkeit zu eröffnen, relevante Forschungsfragen bezogen auf das eigene Handlungsfeld zu entwickeln und zu bearbeiten. Dies geschieht in enger Integration der Lehrpraxis in unserem Masterstudiengang „Creative Direction – Führung im Kontext kreativer Prozesse (M.A.)”.

Im Themenbereich der Designdidaktik richtet sich unsere Aufmerksamkeit auf die virtuelle Lehrpraxis, die wir in unserem Fachbereich seit einem Jahrzehnt entwickeln. Dieses langfristige Erkenntnisprojekt bezieht sich auf die konzeptionelle und anschließend theoretische Fundierung der spezifischen Lehrpraxis der virtuellen Fernlehre in gestalterischen Fachbereichen.

Forschungsthemen Designtheorie / Kontakt: Prof. Dr. Bärbel Kühne

Kulturelle Muster in Design und Medien / Vom Abbild zum Sinnbild

„Was wir über die Welt wissen, wissen wir durch die Medien.” (Niklas Luhmann)

Bilder im Sinne sozialer Konstruktionen geben Aufschluss über kollektive Einstellungen und Werte. Sie werden analysiert und hinterfragt mit dem Ziel, den Prozess vom Abbild zum Sinnbild zu verstehen und weiterführende Konzepte zu entwickeln. Stichwort: Bild- und Medienverantwortung.

Soziales Design

In dem Forschungsfeld Soziales Design geht es um die Verbesserung der Lebenswelt des Menschen in allen Bereichen der Planung und Gestaltung von Lebensräumen. Ziel ist es, Konzepte und konkrete Strategien für eine barrierefreie Lebenswelt zu entwickeln. Stichwort: Universal Design

Kreativität und Innovation

Die Kernkompetenz des Designers ist seine Kreativität. In dem Forschungsfeld Kreativität und Innovation geht es einerseits darum, den kreativen Prozess zu verstehen – als eine prozesshafte Kombination von Suchen und Finden, Erkennen und Beobachten, Verstehen und Lernen, um dann Schnittstellen zu den Arbeitswelten jeglicher schöpferischer Produktivität zu öffnen und mit Designstrategien und kreativen Methoden Innovationsprozesse zu generieren und zu stärken. Stichwort: Design Thinking

Forschungsthemen Designdidaktik / Kontakt: Prof. Dr. Andreas Ken Lanig

  • Den Auftakt der didaktischen Konzeptionalisierungen stellt die Dissertation „Virtualisierte Fernlehre in gestalterischen Fachbereichen“ von Andreas Lanig dar, entstanden am Lehrstuhl für Designpädagogik an der Universität Vechta. Der Fokus dieser Arbeit richtet sich auf das Lernhandeln von Studierenden in virtuellen Lernräumen. Die empirische Studie entwirft eine Handlungs- und Entwicklungstheorie anhand der Lernbiografien von Studierenden in unseren Fachbereichen sowie in einer Vergleichsgruppe an der Open University in England.
  • Die Anwendung dieser empirischen Erkenntnisse nimmt das Buch „Spirituelle Kompetenz in digitalen Lern- und Arbeitswelten“ in den Blick. Die Autoren Dr. Thomas Hanstein und Prof. Dr. Andreas Lanig konzipieren auf Basis der Lehrerfahrung und dem theoretischen Fundament aus der psychosozialen Begleitung von Entwicklungsprozessen praktische Handreichungen für Lernende in diesen neuen Lern- und Handlungsräumen.
  • An dieses Buch schließt sich die Folgepublikation „Virtuell lehren“ (erscheint 2020) an, die konsequenterweise an Lehrende gerichtet ist, um in Form eines theoretisch fundierten Methodenbuchs die lehrpraktischen Erfahrungen aus unseren Fachbereichen zusammen zu tragen.
  • Eine empirische Studie unter Lehrenden ist in Vorbereitung, in der konkrete Techniken in der Begleitung von personalen wie künstlerischen Entwicklungsprozessen qualitativ untersucht werden.

Kontakt: designforschung@diploma.de, design-master@diploma.de

Zuletzt veröffentlicht:

Thomas Hanstein, Andreas Ken Lanig: Spirituelle Kompetenz in digitalen Lern- und Arbeitswelten, Baden-Baden 2020