Studentin und Lehrende der DIPLOMA veröffentlichen gemeinsam Studie zu chronischen Rückenschmerzen

Katharina Steinmeier, die bereits in beim 1. Myofaszialen Schmerzsymposium im Herbst 2025 mit Ihrer Arbeit einen Preis gewinnen konnte, hat nun zusammen mit den DIPLOMA-Dozenten Prof. Dr. Christoph Egner, Prof. Dr. Robert Schleip und Dr. Dr. Andreas Brandl eine Studie zum Thema im Journal of Clinical Medicine veröffentlicht.
 

Abstract (Übersetzung)

Hintergrund: Chronische Kreuzschmerzen (Chronic Low Back Pain, CLBP) und Depressionen treten häufig gemeinsam auf. In dieser Studie wurde ein auf Faszien fokussiertes physiotherapeutisches Programm mit einem konventionellen physiotherapeutischen und entspannungsbasierten Programm bei psychosomatischen stationären Patientinnen und Patienten mit CLBP und komorbider Depression verglichen.

Methoden: In dieser explorativen quasi-randomisierten Studie wurden 41 stationäre Patientinnen und Patienten entweder einer faszienfokussierten Interventionsgruppe (n = 23) oder einer konventionellen aktiven Kontrollgruppe (n = 18) zugeteilt. Über einen Zeitraum von sechs Wochen erhielt die Interventionsgruppe eine Bowen-Therapie und ein Faszien-Zirkeltraining, während die Kontrollgruppe Progressive Muskelrelaxation und ein Kraft-Zirkeltraining erhielt. Die Outcomes wurden zu Beginn der Rehabilitation (Baseline) und nach Abschluss der Rehabilitation erhoben. Die Schmerzintensität (NRS) und die Schwere depressiver Symptome (BDI-II) waren die klinisch relevanten Hauptoutcomes; Wirbelsäulenfunktion, Gewebesteifigkeit, Druckschmerzschwelle und kraniovertebraler Winkel waren sekundäre bzw. explorative Outcomes.

Ergebnisse: Beide Gruppen verbesserten sich im Zeitverlauf hinsichtlich der Schmerzintensität und der Schwere depressiver Symptome. Die NRS-Werte sanken in der faszienfokussierten Gruppe um 3,21 ± 2,61 Punkte und in der Kontrollgruppe um 2,17 ± 2,34 Punkte; die BDI-II-Werte verringerten sich um 9,30 ± 13,42 bzw. 7,22 ± 8,57 Punkte. Eine Varianzanalyse mit Messwiederholung (Repeated-Measures ANOVA) bestätigte signifikante Zeiteffekte für NRS und BDI-II, jedoch keine signifikanten Gruppenunterschiede oder Zeit × Gruppen-Interaktionen. Signifikante Zeiteffekte wurden zudem für die thorakale Gewebesteifigkeit, die lumbale und pelvine Haltung, die thorakale und lumbale Beweglichkeit sowie die Beckenstabilität beobachtet.

Schlussfolgerungen: Die faszienfokussierte und die konventionelle Physiotherapie zeigten in dieser explorativen quasi-randomisierten Studie vergleichbare beobachtete Effekte. Das Ausbleiben signifikanter Unterschiede zwischen den Gruppen sollte jedoch mit Vorsicht interpretiert werden, da die Studie weder konzipiert noch mit genügend Teststärke versehen war, um eine formale Äquivalenz nachzuweisen.

Zu finden ist die Studie unter folgendem Link:

J Clin Med 15: 3698 (2026)
https://doi.org/10.3390/jcm15103698